Monday-Morning-Flash: Woche 22

(Beitrag Nr. 2015-30)

Die SMART Automation Austria ist Österreichs einzige Fachmesse für die industrielle Automatisierung. Der Fokus ist auf die Fabrikautomatisierung und die Prozessautomatisierung gerichtet. Das Angebotsspektrum reicht von der Komponentenebene bis hin zu kompletten Systemen und integrierten Automatisierungslösungen und umfasst sämtliche Produktbereiche der industriellen Automatisierungstechnik. Die SMART Automation Austria ist die Plattform für die österreichische Automatisierungsbranche und findet im jährlichen Rhythmus abwechselnd in Wien und Linz statt.

Grund genug für einen Messebesuch, dachten wir uns, und so sind Herbert Böck und ich am Mittwoch mit der Westbahn nach Linz auf die Smart Automation Austria gefahren.

Das gibt uns die Möglichkeit ganz nah an unsere Kunden zu gelangen und Neuigkeiten hautnah zu erleben. Ich würde das jedenfalls auch all unseren Bewerbern empfehlen, egal ob Maschinenbauer oder Elektrotechniker. Man kann hier in lockerer Atmosphäre erste Kontakte mit eventuell zukünftigen Arbeitgebern knüpfen oder bestehende auffrischen. Außerdem bekommt man einen guten Überblick über den state-of-the-art der Technik und hält sich so up-to-date. Ich möchte Ihnen von meinen Top 3 Highlights berichten, die mich besonders aus Sicht der Technik beeindruckt haben:

  1. Industrie 4.0
    Es gibt kaum einen Aussteller, der sich nicht diesem Thema widmet. Kennzeichnend im Bereich der Industrieproduktion sind die starke Anpassung (bis zur Losgröße 1) der Produkte unter den Bedingungen einer hoch flexibilisierten (Großserien)-Produktion (Mass Customization). Die für Industrie 4.0 notwendige Automatisierungstechnik soll durch die Einführung von Verfahren der Selbstoptimierung, Selbstkonfiguration, Selbstdiagnose und Kognition intelligenter werden und die Menschen bei ihrer zunehmend komplexen Arbeit besser unterstützen.Ein ausgestellter Drehmomentschlüssel, mit dem Internet via Wlan verbunden und mit integrierter Rfid Leseeinheit hat mir die Bedeutung am praktischen Beispiel näher gebracht:Ein Werkstück mit 4 Schrauben wurde von dem Drehmomentschlüssel erkannt (Rfid) und die 4 Schrauben wurden mit einem bestimmten Drehmoment angezogen. Durch den Datenaustausch (Wlan) erfolgte die Zuordnung der Anzugsmomente, die Dokumentation bzw. Weiterverarbeitung im Internet.Das Werkstück verlangt sozusagen die richtige Bearbeitung und die Rückverfolgbarkeit ist automatisch gegeben.
  2. Ultra schnelle und äußerst präzise Roboterarme
    Diese habe ich bei mehreren Ausstellern beobachten können – in starker Erinnerung sind mir 2 Roboterarme geblieben, die sich gegenseitig eine Billardkugel über eine Distanz von ca. 2m zugeworfen und gefangen haben, wobei die Flugbahn jedes Mal anders war. Der Fänger hat die Fangposition aus der Wurfposition und Beschleunigung des Werfers berechnet.
    Das beeindruckende war hier die Geschwindigkeit bzw. Beschleunigung der Arme. Der 3-achsige Roboter bewegt seine Wurf/Fang-„Hand“ in diesem Fall nicht entlang von 3 Achsen, die normal aufeinander stehen sondern die Hand befindet sich im Schnittpunkt der 3 Achsen und die Achsen bewegen sich selbst und verschieben sich zu- bzw. gegeneinander. Dadurch werden die Wege im Raum minimiert und jeder Punkt kann über drei definierte Drehbewegung der 3 Achsen ultra schnell und äußerste präzise angefahren werden.
  3. „Wearable“ Produkt im Maschinenbau
    Der Fußtaster hat ausgedient: Künftig lassen sich Biegemaschinen ganz einfach mit dem Schuh steuern. Das meist lästige Nachziehen und Versetzen des Fußtasters entfällt damit. Dabei ist der MagicShoe absolut sicher und eine versehentliche Hubauslösung ausgeschlossen.Die Fußstellung beim kabelgebundenen Fußtaster ist nicht sehr ergonomisch und speziell beim Stationenbiegen ist das ständige Umpositionieren sehr ineffizient und umständlich. Darum hat sich ein Aussteller  die Frage gestellt, wie sich der gesamte Auslöseprozess ergonomischer und effizienter gestalten ließe. Bald war klar, dass der Auslöseprozess mit den Füßen durchgeführt werden muss, da die Hände zum Manipulieren und Halten des Blechteils benötigt werden. Aus heutiger Sicht ist es darum eigentlich nur ein logischer Schritt gewesen, sämtliche Fußtasterfunktionen „einfach“ in einen Schuh zu integrieren.Aufgrund der enormen sicherheitstechnischen Anforderungen war dies vorerst schwer vorstellbar. Auch die mechanische Ausführung der gesamten im Schuh verbauten Sensorik war eine große Herausforderung.

Alle drei Beispiele beinhalten jedenfalls einen hohen level an Technik vor allem Automatisierungstechnik.

Falls Sie jetzt Lust bekommen haben: Die nächste SMART AUTOMATION AUSTRIA findet wieder in Wien statt und zwar am 10.-12. Mai 2016!


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Gerald Granzer-Sudra