Die Kosten schlechter Qualität und der Six Sigma-Prozess

(Beitrag Nr. 2015-62)

Autor:

DI Dr. Martin Justinek, Justinek Engineering e. U., www.justinek-engineering.com

Der Japaner Genichi Taguchi hat in den 80er Jahren mit der Verlustkostenfunktion (Taguchi Loss Function) unser Toleranzdenken revolutioniert. Nach dem traditionellen Denken sind alle Teile innerhalb der Toleranz gleichwertig und entsprechen den Vorgaben, während alle Teile außerhalb der Toleranz den Vorgaben nicht entsprechen und ebenfalls gleichwertig sind. Nach Taguchi hingegen führt jede noch so kleine Abweichung vom Sollwert zu höheren Kosten und soll daher vermieden werden. Warum? Durch die Abweichung vom Sollwert steigt die Wahrscheinlichkeit, Fehler zu produzieren. Dies schlägt sich in höheren Kosten wie Nacharbeitskosten, Reklamationskosten oder Kundenunzufriedenheit und dessen Folgen nieder.

Die Taguchi Loss Function berücksichtigt also die gesamten von schlechter Qualität verursachten Kosten. Die Six Sigma-Philosophie trägt diesem Umstand Rechnung indem die Verlustkostenfunktion minimiert wird. Aus Prozess-Sicht bedeutet dies: das Ziel ist nicht mehr „Produzieren innerhalb der Toleranz“ sondern „Produzieren auf dem Sollwert mit minimaler Streuung“ – wir sind beim Six Sigma-Prozess!

Was hier für den Produktionsprozess ausgeführt wurde gilt sinngemäß für jeden Geschäftsprozess.

Im nächsten Beitrag erfahren Sie mehr über die auf nachhaltige Verbesserungen ausgerichtete Projektstruktur und das Zertifizierungs-Schema von Six Sigma.

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DI Dr. Martin Justinek ist Unternehmens- und Technologieberater mit den Schwerpunkten Industrielle Prozessentwicklung, Mess/Prüftechnik und Six Sigma.

www.Justinek-Engineering.com

 

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