Haben Ihre Einkaufskollegen auch keine Freunde?

(Beitrag Nr. 2016-33)

Autor:

DI Jochen Ditterich

ist der EINKAUFSOPTIMIERER im unabhängigen Expertennetzwerk DieOptimierer und agiert bei Bedarf als Interim Manager, Einkäufer auf Zeit sowie in der Einkaufsweiterbildung.

www.dieoptimierer.at/einkauf

Haben Sie auch die Situation, dass Ihre Kollegen aus dem Einkauf nicht viele Freunde haben?

„Gut!“ werden manche sagen. „Sollen Sie auch nicht. Der Einkauf muss schließlich das Optimum für mein Unternehmen herausholen!“

„Das ist ganz schlecht“ sagen andere. „Nur dann, wenn die Fachabteilungen optimal mit der Einkaufsabteilung harmonieren, kann der Einkauf das Optimum für mein Unternehmen herausholen!“

Die erste Aussage ist die Sicht nach außen, zu den Lieferanten. Die zweite, die Sicht nach innen ins eigene Unternehmen. Zu den KollegInnen aus den anderen Abteilungen.

Die Sicht nach außen

Natürlich soll bzw. darf ein professioneller Einkäufer keine Geschäfte tätigen, die in irgendeiner Form einen „negativen Beigeschmack“ haben. Das heißt aber überhaupt nicht, dass man keine guten Beziehungen zu seinen Geschäftspartnern pflegen sollte.

Ich bin der Meinung, man trifft sich immer „2 Mal“ im Leben. Ich halte es für völlig falsch, den mächtigen Einkäufer darzustellen und den Lieferanten – seinen Geschäftspartner – bis aufs Letzte auszuquetschen. Nur wenn dauerhaft eine Win-Win Situation existiert, wird die Qualität, Zuverlässigkeit und damit auch der Preis optimal passen.

Und: früher oder später wird es Konstellationen geben, in welchen man auf die Kooperation und Unterstützung des Lieferanten angewiesen sein wird. Spätestens dann zeigen sich die Früchte einer fairen Partnerschaft.

Die Sicht nach innen

Die Schnittstellen von der Einkaufsabteilung zu den Bedarfsträgern bergen häufig gehöriges Explosionspotential. „Logisch – jeder kann einkaufen – wozu bedarf es da einer Einkaufsabteilung?!“ Und der Techniker oder die Projektleiterin ist der Meinung „Keiner kennt mein Projekt so gut wie ich. Daher weiß ich auch genau, WAS ich von WELCHEM Lieferanten zukaufen möchte!“

Diese oder ähnliche Aussagen kommen von Unternehmen, deren Einkaufsabteilungen nicht optimal integriert sind in die Unternehmensprozesse. Erfolgreich arbeitende Unternehmen haben in den Reihen des Einkaufs häufig auch Technikerinnen oder Mitarbeiter mit hohem technischen Sachverstand. Gibt es beispielsweise ein Category-Management, so hat der damit befasste Einkäufer ein hohes spezifisches Fachwissen und tätigt in diesem spezifischen Fachbereich viel häufiger Zukäufe als seine Kolleginnen aus der Technik. Probleme mit Lieferungen von vergangenen Projekten sind im Einkauf bekannt. Hier ist die Drehscheibe der Information zum Lieferanten.

Für den Fall, dass Sie sich im oben Beschriebenen wiederfinden: Bleiben Sie dran. In meinem nächsten Beitrag werde ich einige Vorschläge bringen und auf Lösungsmöglichkeiten eingehen.

jochen_ditterich

DI Jochen Ditterich

ist der EINKAUFSOPTIMIERER im unabhängigen Expertennetzwerk DieOptimierer und agiert bei Bedarf als Interim Manager, Einkäufer auf Zeit sowie in der Einkaufsweiterbildung.

www.dieoptimierer.at/einkauf

 

 

 

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